Buchstaben mit scharfen Kanten auf Holz lackieren

Logos, Buchstaben oder sonstige Formen sauber auf Holz zu lackieren ist schon nicht so einfach, wenn man auch noch die Holzoptik erhalten möchte. Die unbehandelte HolzoberflÀche saugt die Farbe förmlich auf, verteilt diese an die umliegenden Fasern oder lÀuft unter das Abdeckband.

Ergebnis: Unschöne Farbkanten!

So sollte es nicht aussehen!

Um das Aufsaugen anliegenden Holzfasern zu verhindern, bedient man sich am einfachsten eines alten Malertrick, der lautet:

Zuerst eine Sperrschicht auftragen, dann die endgĂŒltige Farbschicht!

Das sieht schon ganz anders aus!

Dieser Trick funktioniert so gut, dass man sogar auf sehr uneben OberflÀchen, wie z.B. auf blankem OSB eine absolut saubere und scharfe Kante aufmalen kann!

Und wie man das hinbekommt, zeige ich dir nun.


Keine Lust zu lesen? Diese Anleitung gibt es ĂŒbrigens auch als Video!


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Schritt 1: OberflÀche reinigen

Zuerst sollten wir dafĂŒr sorgen, dass die OberflĂ€che möglichst staubfrei und sauber ist. Denn nur so haftet die Schablone oder das Abdeckband bestmöglich auf der OberflĂ€che.

Denn starke Verunreinigungen wie Öl und Fettflecke können zu einem Problem werden, da hier die Farbe / Schablone nicht halten könnte.

Also bitte nicht das schlimmste StĂŒck Holz nehmen, dass du finden kannst!

Sofern also möglich, schadet es nicht die unbehandelte OberflĂ€che kurz mit einem Schleifpapier abzuschleifen. Holzfasern stellen sich ĂŒbrigens auf, wenn sie nass werden!

Diesen Umstand können wir ausnutzen, indem man nach dem ersten Schliff die OberflÀche mit einem feuchten Tuch abreibt.

Aber nur feucht, nicht nass!

Sobald die OberflÀche wieder trocken ist, kann man diese ein weiteres Mal abschleifen.

Danach bitte unbedingt den Staub herunterwischen. Das geht mit einem breiten Pinsel oder etwas Druckluft am besten.

Schritt 2: Abkleben

Normalerweise wird nach dem ersten Schritt das Holz zuerst einmal grundiert.

Wir wollen aber die schöne HolzoberflÀche erhalten und möglicherweise sogar noch mit etwas Holzöl anfeuern oder versiegeln.

Und genau dafĂŒr wĂ€re ein Erstanstrich kontraproduktiv!

Auf diesen verzichten wir deshalb und kleben stattdessen die Schablone oder das Abdeckband direkt auf das Holz.

Wichtig dabei: Unbedingt gut andrĂŒcken!

Links Schablone mit Maskierband von Hand erstellt. Rechts eine Schablone aus dem Plotter.

Bei relativ glatten OberflÀchen von MDF, Spanplatte oder Multiplex geht das am besten mit einem Rakel. * Aber Vorsicht: Das Band / die Schablone haftet nicht so gut, wie man es sonst so gewohnt ist.

Also am besten nicht direkt mit dem Rakel auf die Schablone gehen, sondern z.B. ein StĂŒck Papier dazwischen legen. Dann lĂ€uft man nicht Gefahr, ausversehen die Schablonenkanten zu verschieben oder zu beschĂ€digen.

Ist das Hauptmotiv so weit ĂŒbertragen, dann klebe unbedingt die restliche FlĂ€che auch ab. Am besten du nimmst dazu Zeitungspapier oder Ă€hnliches.

Ein paar Worte zur Schablone

Die Schablone selbst besteht entweder aus einem Maskierband oder einer selbstklebenden Schablonenfolie. Diese Varianten ergĂ€nzen sich fĂŒr gewöhnlich sehr gut.

Maskierband

Diese KlebebĂ€nder sind ein wenig anders beschaffen, als normales „Klebeband“. Denn sie sind einfacher rĂŒckstandslos wieder lösbar.

Je nach Sorte sogar Wochen spÀter!

Und sie haben keine so hohe Klebekraft. Das ist wichtig, da sie beim Ablösen sonst den Untergrund, in unserem Fall die Holzfaser, mitreißen wĂŒrden.

Sie haben noch ein paar weitere besondere Eigenschaften – fĂŒr den Moment reicht es aber zu wissen, dass du kein handelsĂŒbliches Klebeband verwenden solltest.

Leider sind diese BĂ€nder nicht gerade gĂŒnstig. Es gibt zwar viele „No-Names“, aber je nach Lieferant variieren deren Eigenschaften etwas.

Wer keine Lust auf StĂ€ndige Überraschungen hat, nimmt einfach was AltbewĂ€hrtes. FĂŒr solche Zwecke sind UniversalbĂ€nder wie z.B. das 3M/244 * eine gute Wahl.

Schablonenfolie

Bei der Schablone handelt es sich um eine dĂŒnne und selbstklebende Folie, die mit einem Schneidplotter * geschnitten wurde.

Wie auch das Abdeckband, hat diese Folie eine geringere Klebekraft, damit man das Zeugst wieder leichter runterbekommt.

Blöderweise kann genau das zu einem Problem werden, denn auf Holz haftet die Folie manchmal noch schlechter. Es kann dann ein Gefummel sein, die Transferfolie wieder runter zu bekommen.

Und ich bin ehrlich: UngeĂŒbte tun sich damit schwer!

Also nicht die Geduld verlieren. Es geht, aber braucht einfach Übung.

Probiere das also besser an einem TeststĂŒck aus.

Transferfolien gibt es mit unterschiedlicher Klebekraft; eine Kombination, die ich schon seit Jahren verwende, ist die ORAMASK 810 * und die Transferfolie ORATAPE MT95 *.

Eine recht universell einsetzbare Lösung.

Schritt 3: Sperrlack auftragen   

Um zu verhindern, dass die Farbe unter das Tape oder die Schablone lÀuft tragen wir nun eine Ladung Klarlack auf.

Außerdem sĂ€ttigt das die Holzfasern schon etwas, was ein ungewolltes Einziehen in benachbarte Bereiche verhindert.

Lösemittelhaltiger KFZ-Lack eignet sich am besten.

Um hinterher möglichst keine zu dicke Farbkante zu bekommen, rate ich zu einem Lack aus der Dose. In dem Fall sogar zu einem lösemittelhaltigen Lack.

Bitte hier nicht den Öko-Durchgehen lassen und am besten einen einfachen 1K KFZ Klarlack matt wie diesen hier benutzen. *

DrĂŒcke die Schablone oder das Tape unmittelbar vor dem ersten Farbauftrag noch einmal richtig an.

Sicher ist sicher!

Und beim AufsprĂŒhen bitte nicht zu nahe rangehen und nur zwei, drei dĂŒnne Schichten am StĂŒck auftragen.

Wir wollen nur das Holz absperren und keine dicke Lackschicht auftragen.

Schritt 4: Farbe auftragen

Je nach Temperatur lĂ€sst du den Klarlack nun ca. 15-30 Minuten ablĂŒften. Er sollte dann handtrocken sein und du kannst dann die gewĂŒnschte Farbe auftragen.

Ob mit dem Pinsel oder der Dose ist völlig egal.

Wichtig ist aber, dass die beiden Farben (Klarlack und Decklack) sich „vertragen“. Ansonsten kann es passieren, dass der eine Lack den anderen ab oder anlöst und so eine hĂ€ssliche OberflĂ€che bildet.

Die VertrÀglichkeit der Farben vorher UNBEDINGT testen!

Je dicker du die Farbe auftrĂ€gst, desto dicker werden auch die Farbkanten abstehen. Außerdem erhöht sich die Gefahr, dass beim Abziehen der Folie / dem Band die Kante „mitgerissen“ wird.

Trage also die Farbe so dĂŒnn wie möglich auf. Das ergibt meist das bessere Ergebnis.

Schritt 5: Schablone entfernen

Die Schablone sollte wirklich recht zeitnah abgezogen werden.

Also nicht Tage warten. Optimal wĂ€re ca. 5-10 Minuten nach dem Farbauftrag. Dann kann sich Farbkante noch etwas „legen“.

Da dies aber einiges an Erfahrung erfordert, rate ich dir dazu, zuerst ein wenig mit dem von dir verwendeten Material zu „Üben“.

Das erspart einem böse Überraschungen!

Ausgefranste Kanten lassen sich vermeiden, indem man das Klebeband oder die Folie schrĂ€g von der Farbkante weg abzieht. Versuche außerdem das Band oder die Folie in einem möglichst steilen Winkel abzuziehen.

Sei dabei auch sehr vorsichtig und lass dir Zeit. Je nach Holzart kann es sonst passieren, dass man ausersehen Holzfasern mitreißt.

Ist die Maskierung unten, dann kannst du das Ganze trocknen lassen und hinterher nach Belieben mit Wachs oder Öl behandeln.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten Buchstaben usw. auf Holz zu ĂŒbertragen!

Die Lackier-Variante empfinde als die sauberste. Außerdem ist mir keine andere Möglichkeit bekannt – wirklich knackscharfe Kanten – selbst auf unbearbeitetes OSB zu lackieren!

Video: Schrift auf Holz ĂŒbertragen

Video-Link: https://youtu.be/AKghZ2F_7tA

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Video-Inhalt: Einleitung | Problembeschreibung | Schablonentechnik? | OberflĂ€che vorbereiten | Schablone zum Lackieren | Maskierband & Plotterfolie | Bereich abdecken | AndrĂŒcken | Der kleine Trick | Der zweite Farbauftrag | Schablone Abziehen | OberflĂ€chen Finish | Weltherrschaft

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Quellen und weitere Infos

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