Was ist ein BohrstÀnder, welche Arten gibt es und wie funktionieren sie?

BohrstĂ€nder Test & Ratgeber. Welche BohrstĂ€nder gibt es. Welcher ist fĂŒr Heimwerker geeignet?
BohrstĂ€nder-Ratgeber fĂŒr Bohrmaschinen

Bohrmaschinen gehören zur Grundausstattung eines jeden Heimwerkers. Kein Wunder, schließlich lĂ€sst sich mit ihnen einiges anstellen. Besonders, wenn man diese in einen guten BohrstĂ€nder dĂŒbelt.

In einen BohrstĂ€nder kann man handelsĂŒbliche Bohrmaschinen einspannen, wodurch man eine viel höhere PrĂ€zession erreicht, als von Hand. Auch im Serienfertigungs-Fall vereinfacht ein BohrstĂ€nder die Arbeit.

Mit entsprechenden Erweiterungen lassen sich außerdem noch weitere Anwendungsbereiche, wie z.B. Schleif- und FrĂ€sarbeiten, abdecken.

Und welche Arten von BohrstÀndern es gibt und wie diese zu bedienen sind, erfÀhrst du in diesem Ratgeber.


Du weißt schon Bescheid und suchst nur einen guten BohrstĂ€nder? Dann wirf einmal einen Blick auf meine Top 5 BohrstĂ€nder fĂŒr Heimwerker!


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Ein Wort vorab


Dieser Ratgeber richtet sich an uns Heimwerker. Ich erwĂ€hne zu ErklĂ€rungszecken auch einige Industrie-Anwendungen. Dass diese fĂŒr uns natĂŒrlich irrelevant sind, sollte aber eigentlich klar sein.

Was ist ein BohrstÀnder?

Am ehesten lĂ€sst sich ein BohrstĂ€nder mit einer Tischbohrmaschine vergleichen. Beide haben eine Grundplatte, auf der eine FĂŒhrung angebracht wird. Diese wiederum hĂ€lt einen FĂŒhrungsschlitten, auf dem eine Antriebseinheit montiert ist.

Vergleich zweier Bohrmaschinentypen.
Links eine Tischbohrmaschine. Rechts ein BohrstÀnder.

Im Falle eines BohrstĂ€nders ist dies eine eingespannte Hand-Bohrmaschine. Um den Borhub auszufĂŒhren, haben beide einen Griff, Drehkreuz oder ein Handrad. Dadurch lĂ€sst sich der Bohrer kontrolliert in das WerkstĂŒck absenken.

Der Bohrtisch von Tischbohrmaschinen lÀsst sich schwenken und in der Höhe verstellen
Der Bohrtisch von Tischbohrmaschinen lÀsst sich schwenken und in der Höhe verstellen.

Tischbohrmaschinen werden meist mit einem zusÀtzlichen Bohrtisch ausgestattet. Diese sind oft schwenkbar und ermöglichen so auch schrÀge (winklige) Bohrungen.

BohrstĂ€nder hingegen haben meist nur einen festen Bohrtisch, der gleichzeitig auch als Standfuß dient. Es gibt aber Modelle, die nachgerĂŒstet werden können.

Die ĂŒblichen Heimwerker-Tischbohrmaschinen sind außerdem mehr fĂŒr eine leichte Metallbearbeitung konzipiert. Hubhöhe, Ausladung und Durchlass-Maße sind oft auch geringer.

BohrstÀnder sind dagegen etwas universeller aufgestellt.

Wozu wird ein BohrstÀnder verwendet?

Die grundlegendste Funktion eines BohrstÀnders ist das senkrechte Bohren. Je nach Typ- und BohrstÀnder-Modell sowie dessen Erweiterungen lassen sich aber noch eine Vielzahl von weiteren Aufgaben erledigen.

Die Jungs von HolzwerkenTV haben da ein klasse Video erstellt, dass die Anwendungsmöglichkeiten von BohrstĂ€ndern im Holz-Bereich demonstriert. 

BohrstĂ€nder, auf dem ein Kreuztisch montiert wurde fĂŒr leichte FrĂ€sarbeiten
Ein montierter Kreuztisch erlaubt leichte FrÀsarbeiten.

Ich nutze meinen BohrstĂ€nder zum Beispiel auch fĂŒr leichte FrĂ€sarbeiten in Kunststoff. Dazu wurde einfach ein Kreuztisch auf die Grundplatte montiert und ein passendes Werkzeug in die Bohrmaschine eingespannt.

Kuhle Nummer, oder?

Mit etwas Fantasie lassen sich die Dinger also zu allem möglichen zweckentfremden!

Vor- und Nachteile von BohrstÀndern?

Um den Vergleich möglichst nachvollziehbar zu halten, beziehe ich die Vor- und Nachteile von BohrstÀndern immer in Bezug zu Tischbohrmaschinen und dem Bohren von Hand.

Vorteile von BohrstÀndern

Universeller: Der offensichtlichste Vorteil an BohrstÀndern ist die Tatsache, dass man einfach eine Handbohrmaschine in den StÀnder spannen kann. Wie eingangs erwÀhnt; eine Handbohrmaschine gehört zur Grundausstattung eines jeden Heimwerkers.

So ein Teil liegt also bei vielen wo rum.

BohrstÀnder haben einen höheren Durchlass
Dank der großen Durchlasshöhe lassen sich auch höhere WerkstĂŒcke bohren.

Auch sind die Durchlasshöhen meist etwas grĂ¶ĂŸer als bei normalen Tischbohrmaschinen. So lassen sich höhere WerkstĂŒcke bearbeiten.

Bei normalen Maschinen kann man zwar den Tisch wegschwenken. Dann hat man aber schnell das Problem, dass die Hubhöhe nicht mehr ausreicht, um an das WerkstĂŒck zu kommen. Den FĂŒhrungsschlitten des BohrstĂ€nders hingegen kann man einfach verschieben und schon passt die Sache wieder.

MobilitĂ€t: Auch wenn die meisten BohrstĂ€nder in die Kategorie „stationĂ€r“ fallen, lassen sich diese oft leicht transportieren. Besonders die kleineren StĂ€nder kommen auf nicht mehr als 2-4 kg.

Wer wie ich, mit dem Platz in der Werkstatt haushalten muss, kann sich so eine feste Installation des BohrstÀnders an einem festen Platz sparen und bei Bedarf das Teil aufstellen.

Große WerkstĂŒcke lassen sich mit einem mobilen oder leichten BohrstĂ€nder einfach bearbeiten. Einfach den StĂ€nder auf das WerkstĂŒck stellen.
Große WerkstĂŒcke lassen sich mit einem mobilen oder leichten BohrstĂ€nder einfach bearbeiten.

Große WerkstĂŒcke bearbeitbar: Wenn der Prophet nicht zum Berg
  In der Industrie werden z.B. BohrstĂ€nder genutzt, die einen Magnetfuß haben. Wenn das WerkstĂŒck so groß ist, dass es weder demontiert werden kann (oder es sich nicht rechnet) noch unter einer normalen Maschine passen wĂŒrde, dann kann man den BohrstĂ€nder einfach auf das WerkstĂŒck spannen.

Wir Heimwerker können dieses Prinzip natĂŒrlich auch ĂŒbernehmen. Es gibt sogar fĂŒr uns bezahlbare, mobile BohrstĂ€nder.

Bequemer: Die ĂŒblichen Tisch-bohrmaschinen haben keine elektronische Drehzahlverstellung. Stattdessen muss man die Drehzahl ĂŒber Riemenscheiben einstellen.

Jeder der so ein Teil hat weiß; das Nervt. Also bohren wir fĂŒr gewöhnlich alles in einer „universal“ Drehzahl. Diese gibt es natĂŒrlich nicht. Tolerierter Pfusch also.

Drehzahl einstellen Tischbohrmaschine mit Riemenantrieb vs. Bohrmaschine
Vergleich Drehzahleinstellung: Links ĂŒbliche Tischbohrmaschine. Rechts: Handbohrmaschine.

Handbohrmaschinen hingegen haben aber einen Drehzahlregler. Wenn es gut lÀuft, sogar eine mit einer Konstant-Elektronik. Bei solch einer Elektronik wird die Drehzahl beim Eintauchen in das Material konstant gehalten. Man muss also nicht stÀndig nachjustieren.

Leider sind so ausgestattet Bohrmaschinen meist schon eine Spur teurer und diese Elektronik lohnt sich auch nur bei Maschinen mit mind. 1000W Leistung.

Nachteile von BohrstĂ€ndern

Einer der grĂ¶ĂŸten Nachteile ist die StabilitĂ€t der Konstruktion und dementsprechend der Preis. Da braucht man auch nicht lange rumeiern: Ein guter BohrstĂ€nder kann schnell mehr kosten, als die Bohrmaschine, die man darin einspannt.

Zusammen kann der Preis dann auf ein Niveau anwachsen, wo man schon sehr gute Tischbohrmaschinen dafĂŒr bekommt. FĂŒr kleines Geld gibt es außerdem keine AusfĂŒhrung in IndustriequalitĂ€t.

LÀrmentwicklung, Drehzahlen und Drehmoment. Die klassischen Heimwerker-Tischbohrmaschinen laufen recht untertourig. Die tuckern also gemÀchlich, relativ drehmomentstark und leise vor sich hin.

Hier merkt man die Fokussierung auf die Metallbearbeitung.

Typische Handbohrmaschinen wirken dagegen wie kraftlose SchreihÀlse. Um Àhnliche Drehmomente einer Tischbohrmaschine zu erreichen, muss man eine entweder starke Hand-bohrmaschinen verwenden oder diese im ersten Gang, sowie im oberen Drehzahlenbereich gehalten, quÀlen.

Warum das so ist, kannst du hier genauer nachlesen.

So werden die optimalen Drehzahlen jedenfalls leider nicht erreicht. Und laut ist die Nummer auch noch. In Sachen Laufruhe und Bedienkomfort sind die meisten Heimwerker-BohrstÀnder also klar unterlegen.

Braucht man ĂŒberhaupt einen BohrstĂ€nder?

Jain! Mit etwas Erfahrung, Übung und einigen einfachen Vorrichtungen lassen sich viele Arbeiten auch mit von Hand erledigen.

Eine kleine Vorrichtung vereinfacht das senkrechte Bohren.
Man nennt es nicht grundlos Handwerk. Es geht auch ohne aufwendige Vorrichtungen.

Sind wir doch mal ehrlich: Wirklich prĂ€zise mĂŒssen wir Heimwerker selten arbeiten! Fragt mal einen Werkzeugmacher, was er unter „prĂ€zise“ versteht dann wisst ihr, wie grob wir im Heimwerbereich holzen.

Heutzutage gibt es fĂŒr jeden Pups eine Vorrichtung zu kaufen.

Zum DĂŒbeln z.B. gibt es tolle Schablonen und ein Topfband verbohre ich grad von Hand mit dem Akkuschrauber. Plus/Minus ein Muggaseggele interessiert also nicht. Und im unteren Preissegment bekommt man ohnehin keinen BohrstĂ€nder, die hochprĂ€zise sind.

Will man es aber etwas bequemer, prÀziser, schneller und genauer; ja dann ist entweder eine Tischbohrmaschine oder ein BohrstÀnder genau richtig!

Bohrtiefe einstellen, Anschlag anlegen und schon lassen sich Bohrungen bequem in Serie wiederholen. Auch Kernlochbohrungen fĂŒr Gewinde sind so eine Sache. Manchmal sollten die halt einfach passen.

Und als AnfĂ€nger einen Kreisschneider von Hand zu nutzen, kann ordentlich in die Hosen gehen! Es gibt noch mehr Werkzeuge, die besser in gefĂŒhrte Maschinen gehören.

Kurz & knapp: Muss nicht sein, wÀre aber toll wenn. Besonders, wenn man auch keine Tischbohrmaschine besitzt oder gerade erst angefangen hat, sich ein wenig einzurichten.

Welche BohrstÀnder-Arten gibt es?

BohrstĂ€nder in der Übersicht: Mobil & StationĂ€re StĂ€nder
Links ein mobiler StÀnder *. Mitte ein leichter * und rechts ein schwerer, stationÀrer BohrstÀnder *.

GrundsÀtzlich gibt es zwei Typen: Mobil und StationÀr.

Wobei die ÜbergĂ€nge oft fließend sind. Gerade schwere Industriemaschinen können trotz des Gewichtes mobiler Natur sein.

Daher unterschlage ich Gewerbe und Industriemaschinen an dieser Stelle und richte mich ausschließlich an den Heimwerker-Bedarf.

Dennoch hier einige Beispiele dieser Industrie & Handwerk-Varianten, damit dir klar wird, in welcher Kategorie wir Heimwerker uns NICHT bewegen.

Hast du das nötige Kleingeld? Dann lass laufen. Ansonsten begnĂŒgen wir uns mit dem, was der Markt so fĂŒr uns bereithĂ€lt und schlagen uns solche Toleranzvorstellungen, jenseits von bezahlbar, wieder aus dem Kopp! 🙂

StationÀre BohrstÀnder

StationĂ€re BohrstĂ€nder sind, wie der Name schon andeutet, stationĂ€r aufgestellt und- oder fest montiert. Meist sind die StĂ€nder schwerer und massiver ausgefĂŒhrt.

Auch können stĂ€rkere und somit schwerere Bohrmaschinen eingespannt werden. FĂŒr gewöhnlich haben sie also einen festen Platz in der Werkstatt. Einige lassen sich außerdem mit zusĂ€tzlichen Vorrichtungen erweitern.

Mobile BohrstÀnder

Mobile BohrstĂ€nder hingegen sind dazu gedacht direkt auf oder an das WerkstĂŒck gestellt/gelegt zu werden. Das kann eine Wand oder ein sehr großes WerkstĂŒck sein, das so nicht unter eine stationĂ€re Maschine passen wĂŒrde.

Sie sind kleiner und kompakter. Lassen sich also prima transportieren. Mit einigen kann man sogar Winkelbohren.

Bohr & FrÀsstÀnder

Wabeco BohrstÀnder

Dann gibt es noch eine dritte Art von BohrstĂ€ndern. Diese werden auch als „Bohr & FrĂ€sstĂ€nder“ * bezeichnet. Dabei sind gleich zwei Achsen (Y&Z) verfahrbar.

Besonders bekannt fĂŒr diese Variante ist die Firma Wabeco. Solche StĂ€nder sind recht solide ausgefĂŒhrt und kosten auch entsprechend.

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Was kosten BohrstĂ€nder fĂŒr Heimwerker?

Die ĂŒbliche Preispanne reicht von 20-180€. In der Preisklasse von 15-50€ findet man meistens die einfachen Mobilen oder sehr leichten stationĂ€ren BohrstĂ€nder. Im Bereich 60-180€ findet man schon schwerere stationĂ€re StĂ€nder.

PreisklasseTypGewicht*
15-50€Mobile BohrstĂ€nder2-3Kg
30-45€Leichte & stationĂ€re BohrstĂ€nder2-5Kg
60-160€Schwere & stationĂ€re BohrstĂ€nder6-14Kg
160-350€Schwere Bohr & FrĂ€sstĂ€nder10-19Kg
*Gewichte ohne Maschine

Wie bedient man BohrstÀnder?

NatĂŒrlich kocht jeder Hersteller sein eigenes SĂŒppchen. Der Eine hat hier ein Hebel mehr, der Andere eine Skala hier oder ein zusĂ€tzlicher Anschlag dort.

Die Bedienung selbst aber kein Hexenwerk, denn Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich nur wenig.

Kurzfassung BohrstÀnder Bedienung:

  • Bohrer einspannen.
  • Material auflegen.
  • Falls notwendig Tiefenstopp einstellen.
  • Handhebel ziehen, um den Schlitten zu senken.
  • Bohren.

Exemplarisch zeige ich dir die Anwendung an den BohrstĂ€ndern, die ich in Gebrauch haben. GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich deren Handhabung auch auf Modelle anderer Hersteller ĂŒbertragen.


Direkt zur Anleitung fĂŒr: mobiler BohrstĂ€nder, leichter stationĂ€rer BohrstĂ€nder oder schwerer stationĂ€rer BohrstĂ€nder


Ein Wort zur Bohrtiefe

Die Meisten mobilen BohrstÀnder haben keine Skala. Wenn du also eine bestimmte Bohrtiefe erreichen willst, solltest du mit dem Tiefenstopp arbeiten.

Alternativ kannst du dir den Bohrer aber auch markieren. Mit einem aufsteckbaren Tiefenstopp, einem Edding oder einem einfachen Klebeband.

Besorge dir einen Meßschieber. Damit lĂ€sst sich der Tiefenstopp am genauesten einstellen.

[TIPP] Meßschieber aus Kunststoff * haben den Vorteil, dass er recht leicht ist, nichts am Werkzeug beschĂ€digt (hĂ€rte) und er verzeiht einem auch ein herunterfallen.

Letzteres passiert doch öfter, denn das Einstellen eines BohrstÀnders fordert nÀmlich beide HÀnde. Da ist es praktisch, wenn man mit dem Messmittel etwas grober umgehen kann.

Die Bohrerspitze produziert kein nutzbares Bohrloch. Daher wird sie verrechnet.

Außerdem solltest du dein Werkzeug vermessen. Genauer gesagt die Werkzeugspitze. Wenn deine Bohrerspitze 4mm lang ist, addiere dieses Maß deiner Wunschtiefe hinzu.

Andernfalls kann es sein, dass die Bohrung nicht tief genug wird, oder im schlimmsten Fall: Die Bohrerspitze schaut auf der anderen Seite durch!

Anleitung: Mobiler BohrstÀnder

Wenn du eine bestimmte Bohrtiefe erreichen willst, solltest du zuerst den Tiefenstopp einstellen. Dazu einfach den Messschieber auf dein Tiefendmaß einstellen und arretieren, damit er sich nicht verstellt.

Die gewĂŒnschte Bohrtiefe einstellen. Aufmaß fĂŒr Bohrerspitze nicht vergessen!

Spanne den Bohrer nun ein. Senke den Bohrschlitten dann so weit, dass die Bohrerspitze am WerkstĂŒck anliegt. Halte diese Postion.

Bohrer bis zu WerkstĂŒckoberflĂ€che herunterfahren.

Wenn der BohrstÀnder ein eigenes Bohrfutter hat, brauchst du die Maschine erst nach dem Einstellen der Bohrtiefe, aufspannen. So wird das Ganze etwas leichter handelbar.

Tiefenstopp beim BohrstÀnder einstellen.
Die eingestellte Bohrtiefe ĂŒbertragen.

Nun kannst du das zuvor eingestellte Maß des Meßschiebers einfach ĂŒbertragen. Löse dazu die Arretierung des Tiefenstopps, lege den Meßschieber an und schiebe den Tiefenstopp vorsichtig an die Innenmeßschenkel. Arretiere den Anschlag zuerst nur leicht.

Arretierung des BohrstÀnders festziehen.

Lege das Messwerkzeug bei Seite und ziehe die Arretierung nun fest. Es sollte schon recht satt sitzen, da man den Anschlag sonst einfach wegschiebt, wenn man Bohrschlitten absenkt. Übertreibe es damit aber nicht zu sehr.

BohrstÀnder anlegen und Feuer frei!

Lege nun den BohrstĂ€nder auf oder an das WerkstĂŒck an und senke den Schlitten so weit, dass du mit der Bohrerspitze deinen Anriss (Bohrmarkierung) anpeilen kannst. Halte den BohrstĂ€nder mit einer Hand gut fest, schalte die Maschine ein und senke den Schlitten zum Bohren.

SchrÀge Löcher bohren

Mit den meisten mobilen BohrstÀndern sind auch SchrÀgbohrungen machbar. Das Prozedere zum Einstellen des Tiefenstopps ist hierbei im Prinzip dasselbe, wie bei dem normalen senkrechtem Bohren.

SchrÀge Löcher mit einem BohrstÀnder Bohren.
SchrÀgstellen, Tiefe einstellen und schon kann es losgehen!

Du musst dich nur entscheiden, welche Seite der Bohrung wie Tief sein soll. Durch den Winkel der SchrÀge ist das ein wenig umstÀndlicher.

SchrÀge Löcher gebohrt.
SchrÀge Bohrungen sind also auch kein Hexenwerk!

Mit einem Staketenbohrer  ginge das sogar Freihand. Leider sind die Dinger teuer und den richtigen Winkel zu treffen ist auch nicht so einfach. Der BohrstĂ€nder ist hier also eine praktikable Lösung fĂŒr den Heimwerker.

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Anleitung: Leichter, stationÀrer BohrstÀnder

Leichte stationĂ€re BohrstĂ€nders sind recht einfach aufgebaut: Eine, meist massive MittelsĂ€ule, trĂ€gt den Bohrschlitten, welcher sich mittels Hebel absenken lĂ€sst. Handgriffe sucht man dabei leider meist vergebens. Zum Einstellen muss man also meist zu einem SchlĂŒssel greifen.

Diese BohrstĂ€nder sind noch recht leicht und lassen sich darum auch noch sehr gut transportieren oder umstellen. Ich nutze solche StĂ€nder schon viele Jahre. Besonders auf der „Baustelle“, haben diese mir schon gute Dienste geleistet.

Bohrschlitten lösen und absenken.

Wie beim mobilen BohrstĂ€nder beschrieben, vermisst du am besten zuerst das Werkzeug und schnappst dir einen Meßschieber und stellst die Wunsch-Bohrtiefe fest. Dann spanne den Bohrer ein und löse den Bohrschlitten.

Ein Fingerbreit Abstand zur WerkstĂŒckoberflĂ€che.

Senke den Bohrschlitten so weit ab, bis die Bohrerspitze ca. 10mm ĂŒber dem WerkstĂŒck steht. Eine Fingerbreite quasi. Dann Arretiere den Schlitten.

Bohrer absenken bis zur WerkstĂŒckoberflĂ€che.

Nun senkst du den Bohrschlitten, Hub mit dem Handhebel, so weit, dass die Bohrerspitze leicht auf dem WerkstĂŒck aufsetzt. Halte diese Position.

Bohrtiefe auf Tiefenstopp ĂŒbertragen.

Den Meßschieber haben wir ja bereits eingestellt. Du brauchst ihn also nur noch an den Tiefenstopp zu halten. Als Bezugspunkte kann man die Innenseite des Sicherungsringes der Welle nutzen. Das ist recht genau. Arretiere den Tiefenstopp danach.

Nach Augenmaß geht das natĂŒrlich auch.

Wenn es schnell gehen soll und auch nicht so genau sein muss, dann kannst du den Tiefenstopp auch einstellen, indem du wie oben beschrieben, den Bohrschlitten grob absenkst und arretierst.

Anschließend verschiebe das WerkstĂŒck so weit, dass du mit dem Bohrer am Material vorbeikommst. Dann kannst du den Schlitten mit dem Handhub so weit senken, biss es dir optisch passt. Anschließend ziehst du den Tiefenstopp nach und arretierst den.

Die meisten Skalen dieser BohrstĂ€nder sind nicht wirklich praktisch, da sie sich nicht „Nullen“ lassen.

VerfĂŒgt der BohrstĂ€nder ĂŒber eine zusĂ€tzliche Skala, dann kannst du ohne umstĂ€ndliches Einstellen frei losbohren. NatĂŒrlich ist das nicht besonders genau und du solltest den fingerbreit Abstand dazu addieren. Aber es geht sehr fix.

Anleitung: Schwerer, stationÀrer BohrstÀnder

Mal abgesehen davon, dass diese BohrstĂ€nder optisch schon grĂ¶ĂŸer und schwer sind, unterscheiden einige sich auch im grundsĂ€tzlichen Aufbau. So verfĂŒgen einige von Ihnen ĂŒber eine richtige FĂŒhrung, in der der MaschinentrĂ€ger sauber ĂŒber die ganze SĂ€ulenlĂ€nge verstellt werden kann.

Dementsprechend sind diese Kollegen aber auch etwas teurer. Einen noch relativ gĂŒnstigen Vertreter dieser Gattung nutze ich auch. Den Aufbau und dessen Bedienung habe ich in dem folgenden Video dokumentiert:

Video-Link: https://youtu.be/Ym1ApV6e88M?t=1

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Video-Inhalt: Einleitung | GemĂŒtliches montieren | Ein paar Worte zur Montage | Wie bedient man den BohrstĂ€nder | Fazit

Metall mit BohrstÀnder bearbeiten?

Kann man mit einer Handbohrmaschine Metall bohren?

Ja. NatĂŒrlich geht das!

Warum sollte das fĂŒr einen BohrstĂ€nder dann nicht auch zutreffen? 🙂 Wenn du vorhast schweren Maschinenbau zu betreiben, dann wird aus der  Nummer aber vermutlich nichts.

Metall lĂ€sst sich natĂŒrlich auch bearbeiten. Aber bitte mit Vorsicht.
NatĂŒrlich kann man auch „Metall“ mit einem BohrstĂ€nder bearbeiten.

Kurz: Es geht. Aber bitte immer sachte und den Kopp bei einschalten.

Beachte einfach den Umstand, dass in Metall mit weniger Drehzahlen gearbeitet wird. Lass dir also Zeit und setzte die Mechanik des StÀnders nicht zu viel Druckkraft aus.

KĂŒhle gut und nutze passendes und scharfes Bohrwerkzeug. Und grĂ¶ĂŸere Bohrer-Durchmesser bohrst du am besten auch vor. Die Bohrmaschine sollte auch genĂŒgend Kraft (Drehmoment) haben.

Übertreib es im Allgemeinen aber nicht mit den Bohrer-Durchmessern. Einen 16er Bohrer in Stahl, mit einem 60€ BohrstĂ€nder, ins Volle drĂŒcken zu wollen und hinter jammern, ist ein typischer Fall von „trĂ€um weiter“


Kleiner Fun-Fact am Rande

An solch einer „Bohrmaschine“ habe ich einst in meiner Lehrzeit viele Stunden verbracht. Das Monster nennt sich Donau DR 32 und ist ein zwei Tonnen schweres Bohrwerkt mit angetriebenem Hubvorschub. Ich vermisse diesen Hobel so sehr!

Gibt es eine Alternative zu BohrstÀndern?

Mal abgesehen von Tischbohrmaschinen, die aber die oben erwÀhnten Nachteile aufweisen, gibt es mittlerweile tatsÀchlich eine wirklich gute Alternative!

BohrstÀnder alternative Bosch PBD40
Diese Maschinentypen vereinen die Vorteile von BohrstÀndern und Tischbohrmaschinen.

Die Firma Bosch hat nÀmlich mit ihrer BPD 40 voll ins Wespennest getroffen und die Vorteile beider Systeme miteinander vereint. Deren Durchlasshöhe ist gleichzeitig die maximale Hubhöhe.

NatĂŒrlich ist der Kasten nicht perfekt. Aber ich finde das Prinzip einfach genial! Sie ist fĂŒr rund 240€ zu haben und es gibt auch schon einige gĂŒnstigere Nachbauten. *


[UPDATE] Sebastian von GOTOOLS TV hat ein interessantes Vergleichsvideo eines Wabeco BohrstÀnders mit einer Bosch GSB und der BPD 40 geteilt:


Auf was sollte man beim Kauf achten?

Das ist leider eine typische Frage, auf der eine Antwort der Gattung „kommt darauf an“ kommen muss. Ich hasse solche Antworten selbst wie die Pest!

Besonders als AnfĂ€nger kann man sich diese Frage typischerweise nicht selbst beantworten. Weiß der Geier was man nicht alles fĂŒr Anforderungen haben könnte. Das kommt mit der Erfahrung zwar von selbst, aber das nutzt uns Anfangs auch nichts.

Darum versuche ich dir, mit ein paar grundlegenden Eckdaten und Erfahrungswerten, die Entscheidung ein wenig zu erleichtern.

#1 Wieviel Platz hast du?

Hast du vor fĂŒr einen festen Bohrplatz in der Werkstatt einzurichten? Dann spielt es keine Rolle wie groß oder schwer die Bohrmaschine und StĂ€nder-Kombination ist. Je grĂ¶ĂŸer, desto universeller kannst du die Kombi nutzen.

Das Tolle daran ist auch, dass sich die Maschine fest auf einen stabilen Tisch montieren lĂ€sst und man passend dazu eine vielzahl an Vorrichtungen und Erweiterungen dafĂŒr herstellen kann.

Bei einer schmalen AufstellflĂ€che wird man mit einem großen StĂ€nder Probleme bekommen.

Ich selbst habe nur eine recht schmale AuflageflĂ€che, neben meiner MetallbandsĂ€ge, um den BohrstĂ€nder hinzustellen. Die Ausladung darf also nicht zu groß sein. Sonst kĂ€men mir die langen Metallstangen, die ich oft verarbeite, in die Quere.

Also, wie sieht es mit dem Platz bei dir aus?

#2 Musst du den BohrstÀnder manchmal bewegen?

Mir fehlt einfach der Platz, um neben der Tischbohrmaschine noch eine weitere Bohrstation einzurichten. Außerdem habe ich öfters mit sehr langen WerkstĂŒcken zu tun, die man einfach nicht anstĂ€ndig auf den Bohrtisch einer Tischbohrmaschine aufspannen kann.

Ist der BohrstÀnder nicht zu schwer, kann man ihn einfach umstellen, wenn man bequemer Arbeiten möchte.

Darum nutze ich auch eine große und abnehmbare Bohrauflage. Bohrauflage und StĂ€nder muss ich also hin und wieder zu meinem Hauptarbeitstisch bewegen. Nur dort habe ich seitlich genug Platz fĂŒr lange WerkstĂŒcke.

Das Gewicht spielt in einem solchen Fall also eine große Rolle. Ein 17Kg BohrstĂ€nder stĂ€ndig in der Gegend rumwuchten ist fĂŒr mich definitiv nichts. Da bin ich zu faul fĂŒr. Wie sieht das bei dir aus?  

#3 Wie oft wirst du den BohrstÀnder nutzen?

Was uns gleich zur Frage nach der Haltbarkeit bringt. Das ein einfacher 60€ BohrstĂ€nder, einem schnell unter den Fingern zerbröseln kann, sollte klar sein. Besonders dann, wenn man das Werkzeug wirklich intensiv nutzt.

Und mit intensiv meine ich auch intensiv. Das trifft, sind wir mal ehrlich, auf die meisten Heimwerker eben NICHT zu. Auch, wenn man sich das manchmal einredet.

Hast du wirklich vor den BohrstĂ€nder regelmĂ€ĂŸig und intensiv zu nutzen? Dann nimm etwas mehr Geld in die Hand und gönne dir was Solideres! Nichts geht einem mehr auf den Senkel, als sich an eine Lotterfalle zu stellen und damit arbeiten zu wollen.

#4 Wieviel Komfort brauchst du?

Die typischen leichten BohrstĂ€nder in der 40€ Preisklasse sind alles andere als Bequem. Beispielsweise muss man, zum Einstellen des Tiefenanschlages, zum InbusschlĂŒssel greifen. Sofern ein solcher Anschlag ĂŒberhaupt existiert.

Irgendwelche Skalen sucht man ebenso vergeblich.

Keine Handgriffe oder Skalen. Keinerlei Luxus.

Aber all diese Kleinigkeiten machen die Arbeit deutlich (un)angenehmer. Dass man dabei auch reichlich Zeit verbummelt wird gerne ĂŒbersehen. FĂŒr unser Hobby haben aber die wenigsten unbegrenzte Freizeit zu VerfĂŒgung. Oder?

Wenn du also oft mit dem BohrstĂ€nder arbeitest oder du Wert auf ein effizientes Arbeiten legst, dann achte darauf, dass alles ohne zusĂ€tzliche Werkzeuge eingestellt werden kann. Handgriffe und nicht irgendwelche SchlĂŒssel sind hier die Devise.

Kleiner Tipp: Schnellspanner und Handgriffe kann man nachrĂŒsten.

Wie wichtig ist dir der Komfort?

#5 Welche Bohrmaschine willst du einspannen?

Eine drei Kilogramm schwere und 1000 Watt starke Schlagbohrmaschine, in eine 700 Gramm Bohrhilfe, wie z.B. dem „Tecmobil 200“ * zu spannen, ist eigentlich nur was fĂŒr Sadisten. Versteh mich nicht falsch-jedem das seine. Aber ZielfĂŒhrend ist das auf keinen Fall!

Beachte also unbedingt die Herstellerempfehlungen, was die Maschinengewichte und Leistungsklassen angeht. Andernfalls vernascht die Bohrmaschine den BohrstÀnder schon beim Anlaufen


Passt die Bohrmaschine in die Aufnahme des BohrstÀnders?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bohrmaschine-Aufnahme. Die meisten BohrstĂ€nder sind fĂŒr einen „Euronorm Spannhals“ mit Ø 43 mm ausgelegt.

Deine Bohrmaschine sollte also einen entsprechenden Hals haben. Ansonsten bekommst du die Maschine nicht eingespannt!

Welche Bohrmaschine fĂŒr BohrstĂ€nder

Wenn wir gerade dabei sind: Gibt es eigentlich besondere Anforderungen an die Bohrmaschine und welche Maschinen sind empfehlenswert?

Diese Frage habe ich mich auch gestellt und es hat ein Weile gedauert, bis ich hier brauchbare Empfehlungen aussprechen konnte.

BohrstĂ€nder Empfehlung fĂŒr Heimwerker

Ich könnte an der Stelle einfach ein paar Empfehlungen raushauen. Leider ist es aber so, dass ich mit dem, was die Hersteller uns derzeit andrehen wollen, nicht so zufrieden bin.

Also ohne ein paar begleitende Worte, kann ich keine klare Empfehlung aussprechen, da man doch das ein oder andere erwÀhnen sollte.

Eine Art BohrstÀnder Test / Empfehlung findest du also in diesem Artikel.

BohrstÀnder selbst bauen

NatĂŒrlich kann man sich einen solchen StĂ€nder auch selbst bauen. Rentieren tut sich das Finanziell meistens nicht. Aber es macht bestimmt eine Menge Spaß und man lernt einiges dabei!

Aber man kann die Konstruktion auch recht einfach halten. Wie diese Anleitung es gut beschreibt:

Eine weitere Variante eines BorhstÀnders. Dieser ist sogar schwenkar und man kann sogar einen Akku-Schrauber nutzen:

Zusammenfassung

BohrstĂ€nder begleiten mich schon einige Jahre. Von Lotterfallen bis zu IndustrieausfĂŒhrungen war da alles Mögliche dabei. Wie ĂŒblich, wenn irgendwo „Profi“ am Namen hĂ€ngt sind genau diese bestimmt nicht gemeint.

BezĂŒglich des eingesetzten Budgets muss man halt einfach realistisch bleiben.

FĂŒr 50-100€ bekommt man einfach keine ProfiqualitĂ€t. Punkt!

Die meisten von uns Heimwerkern brauchen eine solche QualitÀt aber nicht. Ja, kratzt am Stolz und will keiner hören. Ist aber so.

Wenn du die besonderen Vorteile eines BohrstĂ€nders nicht brauchst, dann rate ich dir zu einer einfachen Tischbohrmaschine. Die Dinger gibt es bereits fĂŒr rund 80€.

So eine MĂŒhle nutze ich selbst seit vielen Jahren und was soll ich sagen: Nicht perfekt, aber es tut! Ansonsten gibt es noch eine weitere tolle Alternative.

Ansonsten bin ich nicht grundlos ein Fan von BohrstÀndern. Sie brauchen wenig Platz und die eingespannte Maschine kann man herausnehmen und ist so noch flexibler.

Ist das WerkstĂŒck zu groß fĂŒr den StĂ€nder; dann spannt man halt einfach den StĂ€nder auf das WerkstĂŒck.

Alles schon gemacht!

Bist du an einem BohrstĂ€nder interessiert? Dann wirf einmal einen Blick auf meine Top 5 BohrstĂ€nder fĂŒr Heimwerker!

Quellen & weitere Infos

Nun bist du dran!

Hat dir dieser Ratgeber gefallen? War es verstÀndlich, fehlt dir noch etwas oder hat sich ein Fehler eingeschlichen? Dann hinterlasse mir ein Kommentar!


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