Bezahlbare Bohrständer für Heimwerker: Welcher ist der Beste?

Eigentlich wollte ich einfach nur einen etwas besseren Bohrständer haben. Geendet hat dieser Wunsch dann als unfreiwilliger „Bohrständer-Tester“. Denn was der Markt uns Hobbybastler so bietet ist, offengestanden, nicht wirklich befriedigend.

Dem Heimwerker stehen drei gängige Bohrständer-Typen zur Wahl: mobile, stationäre und erweiterte wie die Bohr & Fräsständer von Wabeco. Brauchbare Modelle liegen preislich bei ca. 30€, für die Mobilen und 60-160€ für die stationären Ständer.

Dazwischen wuseln dann auch Unmengen anderer Hersteller und deren Nachbauten herum; das Übliche eben. :)

Jedenfalls musste ich schnell teuer lernen, dass es sehr große Qualitätsunterschiede gibt und man die Dinger schlecht vor Ort, z.B. in Baumärkten, vergleichen kann. Das gibt deren Sortiment nämlich nicht her.

Kurz: Welche Bohrständer sind denn nun zu gebrauchen und auch noch im bezahlbaren Rahmen?


Du hast es eilig? Dann springe direkt zu den Bohrständer Empfehlungen. Oder möchtest du einfach nur wissen was ein Bohrständer ist und wie man die bedient?


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Ein Wort in eigener Sache

Dieser Beitrag richtet sich, wie eigentlich immer, an uns Heimwerker und alle hier vorgestellten Bohrständer habe ich selbst gekauft. Ich erhielt auch keinerlei Zuwendung, welcher Art auch immer.

Für manche hätte ich aber Schmerzensgeld verdient! :-p

Der Haussegen hängt schief

Ein einfacher kleiner Bohrständer begleitet mich schon viele Jahre.

Der kam immer dann zum Zuge, wenn das Werkstück nicht auf eine der Säulenbohrmaschinen passte. Das kleine Teil konnte man nämlich einfach AUF das Werkstück stellen.

Jedenfalls muss auch ich mit dem Platz in der Werkstatt Haushalten was problematisch wird, wenn man den Wunsch hegt, es sich etwas bequemer zu machen.

Ständig den Bohrständer rauskramen war mir irgendwann dann aber zu blöd.

Aufgrund des geringen Aufstellmaßes, des hohen Hubes und der etwas größeren Ausladung war schnell klar, dass ich mir wieder einen Bohrständer anschaffen werde.

Für meine Zwecke einfach top.

Preislich sollte es im Mittelmaß bleiben. Heimwerker Budget eben. Wie es sich aber herausstellte, hat es der Markt nicht so mit „Mitteklasse-Bohrständern“.

Entweder man rennt an Kernschrott oder landet im professionellen Bereich. Dazwischen… Uff! Nennen wir es „optimierungswürdig“.

Bevor es zu den einzelnen Bohrständer geht, möchte ich noch kurz erläutern, warum mich dieses Thema so beschäftigt.

Dazu schauen wir uns zuerst einmal diese Tischbohrmaschine für an:

Screenshot Bauhaus-Webseite

Ja das ist kein Bohrständer. Aber schau mal auf den Preis… 79€ (!)

Diese Teile gibt es von den unterschiedlichsten Herstellern.

Aber das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass hier 14Kg Stahl mit einem 500Watt Motor und einem zusätzlichen Maschinenschraubstock für 79€ Endkundenpreis angeboten wird.

Natürlich ist das nur ein Heimwerkerhobel. Da brauchen wir gar nicht weiter drüber zu sprechen. Auch nicht darüber, wo die herkommen und wie bescheiden die zusammengenagelt werden.

Aber hey, ich habe eine ähnliche Möhre im Keller stehen und die tut es seit 11 Jahren!

Jedenfalls behalte die 14Kg und die 79€ im Hinterkopf, wenn du dich auf Shoppingtour begeben tust und das mit den angebotenen Bohrständer für Heimwerkern vergleichst.

Ich denk, du spürst was ich meine und ich sag dazu nichts mehr… :)

Und nun komme ich auch wieder runter und liefere die versprochenen Empfehlungen…

Bohrständer Empfehlungen

Randbemerkung: Für alle vorgeschlagenen Maschinen gibt es sicher auch ähnliche Modelle anderer Hersteller. Die einzelnen Geräteklassen ähneln sich da ja.

Wenn ich diese hier also nicht aufliste, kann das mehrere Gründe haben. So nenne ich nur die Maschinen, die ich auch kenne und tatsächlich nutze und auch für, sagen wir, „OK“ befinde.

Und zu guter Letzt: Ich habe zwar viele getestet, aber bestimmt nicht alle! :)

Von links: Milescraft 1318, Wolfcraft 3406000, Wolfcraft 502700Z, Wabeco 2240 und BF1240 
  • Vielen Dank an der Stelle an die vielen Zuschriften mit Bohrständer Empfehlungen von euch. Dafür bin ich auch sehr dankbar und notiere mir das auch. Sobald ich das dann selbst testen konnte, nehme ich die Vorschläge mit auf diese Liste. Sofern die auch was taugen.

Übrigens: Hier findest du einen recht ausführlichen Bohrständer Ratgeber mit Anleitungen und vielen Tipps.

Milescraft 1318

 

Video-Link: https://youtu.be/qo3GOxJ_kYE

Für den mobilen Einsatz den Milescraft 1318 Accudrill Mate. Leichter Bohrständer ab 35€ mit eigenem Bohrfutter. So kann man auch den Akkuschrauber (Achtung 13er Bohrfutter nötig!) nutzen.

Nicht perfekt, aber im Großen und Ganzen ist er wirklich brauchbar und solide ausgeführt. Anständig damit umgehen und man kann damit auf jeden Fall was anfangen.

Wolfcraft 3406000

 

Video-Link: https://youtu.be/pzXJHs-BfCk

Als leichten Bohrständer den Wolfcraft 3406000. Den benutze ich auch schon einige Jahre. Er ist umständlich zu bedienen und natürlich nicht für schwere Arbeiten gedacht. Mit der Konstruktion muss man sich halt arrangieren.

Für ca. 30€ bekommt man in Summe aber einen zuverlässigen kleinen Helfer, der mehr wegsteckt, als ich es ihm anfangs zugetraut hatte. Er ist sehr einfach aufgebaut und die ein oder andere Schraube musste im Lauf der Zeit ersetzt werden.

Aber ansonsten: Er hat immer seinen Job gemacht!

Wolfcraft 5027000Z

 

Video-Link: https://youtu.be/-oIg0DMHrZU

Als „schweren“ Bohrständer den Wolfcraft 5027000Z. Auch das Teil hat seine Schwächen.

So muss man sich, z.B. beim Einstellen des Führungsschlittens, schon etwas Mühe geben und der Tiefen-Stopp ist ungenau. Dass die Konstruktion nicht für große Bohrungen in harten Werkstoffen gedacht ist, sollte auch klar sein.

Gefallen tut mir aber das Vorschubkreuz mit den langen Griffen und die Tatsache, dass man keinen einzigen Inbusschlüssel bei der Nutzung in die Hand nehmen muss. Überall sind Handgriffe vorhanden. Zwar welche aus Kunststoff, aber immerhin!

Wirklich negativ ist hingegen, dass man das Spiel der „Führung“ ständig nachstellen muss. Sofern man es überhaupt eingestellt bekommt. Hier haben einige scheinbar echte Probleme mit.

Von der Ergonomie her ist er aber wirklich gut! Die Richtung passt und ich hoffe Wolfcraft entwickelt das Teil weiter.

Mehr wie 60€ würde ich dafür aber aktuell nicht ausgeben.

Es gibt noch ein weiteres Video zu diesem Bohrständer. Dort erkläre ich am Schluss auch kurz die Bedienung.

Wabeco 22400

 

Video-Link: https://youtu.be/Qg2DSmQlFlw

Für rund 10€ mehr gibt es den Wabeco 22400 Bohrständer.* Das Gute an dem Teil ist, dass der Aufbau der Säule dem des großen Wabeco-Ständers ähnelt. Hier verstellt sich also nicht viel und das Spiel der Säule ist in jeder Position akzeptabel.

Einziger Haken: Der Standfuß ist eine Beleidigung!

Den hätte man sich sparen können. Wirklich schade. In Summe ist er aber einer der solidesten Bohrständer in dieser Preisklasse.

Ich würde aber auf keinen Fall mehr als 80€ dafür ausgeben.

Webeco BF1240 

 

Video-Link: https://youtu.be/NlyI1NGh4nE

Ab 140€ wäre dann einer der Wabeco Bohr & Fräsständer empfehlenswert. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Um die praktisch nutzen zu können, muss man aber leider noch etwas Kleinkram zukaufen.

Meinen habe ich z.B. mit einer anderen Kurbel umgerüstet. Andere besorgen sich zusätzlich noch Klemmhebel. Mein größter Kritikpunkt: Die Hebellänge ist zu kurz und die Rückholfeder des Schlittens ist doch etwas arg straff.

In Summe kostet ein Wabeco also reell mind. 160€. Ansonsten macht man mit diesem Ständer eigentlich nichts falsch. Die variable Ausladung ist einfach Gold wert!

Besonders für den Holzwerker sind diese Ständer wirklich toll. Wenn es der Geldbeutel also zulässt, gönne dir einen solchen Bohrständer.

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Und was ist mit noch „günstiger“

Ganz ehrlich: Wenn du meinst, mit einem 15€ Ständer von der Amazon-Resterampe arbeiten zu wollen, dann mach halt.

Komm aber nicht heulen und verschone uns, mit einer der daraus resultierenden „Kübel-Rezessionen“. Es sei denn du magst es, den eigenen Realitätsverlust so offensichtlich zur Schau zu stellen.

Sorry für die klaren Worte, aber nach Blumenpflücken ist mir bei dem Thema nicht mehr! :-P

Einen paar Tipps noch

Etwas das fast allen Bohrständer durch Bank durch fehlt, sind anständige Griffe, Rändelschrauben und / oder Schnellspanner. Wenn man gedenkt öfter damit arbeiten zu wollen, sollte man da ein paar Euro investieren.

Das Gleiche gilt auch für viele Kleinteile wie Muttern und Schrauben. Da wird in der Regel nur das günstigste verbaut. Das hält halt nicht lange.

Und zu guter Letzt: Besorge dir einen Schuss Schraubensicherung und schmier jedes Gewinde, Rad und jede Steuerkettenrükholmuffe, oder was auch immer damit ein, was sich hinterher nicht mehr bewegen soll.

Kleben statt Fluchen ist hier das Motto. Spart nerven. :-)

Dann wäre noch die Sache mit dem Fett. Auch wenn es kein Spaß macht und man „optisch“ die Ständer „einsaut“, aber: Fette / Öle die Mechanik nach der Montage auf jeden Fall!

Nimm einen Bohrständer bitte nicht „trocken“ in Betrieb!

Das ist auch dem Rostschutz dienlich. Ein dünner Ölfilm auf jedem blanken Stück Eisen schadet wirklich nicht.

Motz, äh Fazit!

Möglicherweise bin ich mit einer falschen Vorstellung an die Sache gegangen oder hatte zu hohe Erwartungen.

Ich komme aus dem Handwerk. Da erscheint einem alles, was aus dem Heimwerkerbereich kommt, wie Spielzeug. Das wirst halt nicht so schnell los…

Aber ich arbeite wirklich daran!

 

Video-Link: https://youtu.be/ENMAw_jy9gA

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Zum Video-Inhalt: Während einigen Herstellern es tatsächlich gelingt, für 79€ eine 14 Kg schwere Tischbohrmaschine aus Stahl, mit einem 500Watt Motor und einem zusätzlichen Masc… zu bauen, muss die Bohrstängchen-Fraktion den Rotstift ansetzen?

Kommt schon! Das könnt ihr besser! :)

Ich bin immer aber noch ein großer Fan von Bohrständern! Die Teile haben einfach ihre Berechtigung. Dennoch hat mich das Thema hart „getriggert“.

Jedenfalls wurden am Ende viele verschiedene Bohrständer der „Heimwerker-Klasse“ begutachtet und muss leider sagen: In Summe bin ich nicht sehr begeistert von dem, was die Hersteller derzeit abliefern!

Es spricht nichts dagegen, dem ambitionierten Heimwerker einen soliden Ständer, in einer guten Mittelklasse für rund 120€ zu liefern. Das tut der Markt aber leider nicht.

Vermutlich sind wir Kunden da nicht ganz unschuldig dran. Ok, streicht das vermutlich.

Jedenfalls habe ich mich letzten Endes für den teuersten, der „noch bezahlbaren“ Ständer entschieden. Nicht, weil mir einer für 80€ nicht gereicht hätte… Nein – nämlich aus Prinzip!

Denn für 79€ bekommt man ja auch eine Tischbohrmaschine m…. ;-P

Nun bist du dran!

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