Die besten Bohrständer für Heimwerker

Ein Bohrständer Test wider Willen…

Grundsätzlich stehen dem Heimwerker drei gängige Bohrständer-Typen zur Wahl: mobile, stationäre und erweiterte wie die Bohr & Fräsständer von Wabeco.

Brauchbare Modelle liegen dabei preislich bei ca. 30€, für die Mobilen und 60-160€ für die stationären Ständer.

Dazwischen wuseln dann auch Unmengen anderer Hersteller und deren Nachbauten herum – das Übliche eben. 🙂

Jedenfalls musste ich schnell teuer lernen, dass es sehr große Qualitätsunterschiede gibt und man die Dinger schlecht vor Ort, z.B. in Baumärkten, vergleichen kann.

Das gibt deren Sortiment nämlich nicht her!

Kurz: Welche Bohrständer sind denn nun zu gebrauchen und auch noch im bezahlbaren Rahmen? Und welche Bohrständer-Art benötige ich eigentlich?


Du hast es eilig? Dann springe direkt zu den Bohrständer Empfehlungen. Oder fehlt dir noch eine passende Bohrmaschine für einen Bohrständer?


Die Bohrständer

Dieser Beitrag richtet sich an uns Heimwerker und alle hier vorgestellten Bohrständer habe ich selbst gekauft. Ich erhielt auch keinerlei Zuwendung.

Für manche hätte ich aber Schmerzensgeld verdient! :-p

Denn was der Markt uns Hobbybastler hier bietet zumutet ist, nicht wirklich befriedigend. Aber das ist ein anderes Thema…

Wie anfangs schon angedeutet; die heutigen Bohrständer sind nicht mehr so solide wie Früher. Die meisten wurden „klapprig“ gespart und sind diesbezüglich schlicht überteuert.

Wir Kunden wollten es ja nicht anders und dementsprechend reagiert halt der Markt. Und unter dem, was heutzutage so angeboten wird, habe ich mir die „besten“ herausgesucht. Wirklich empfehlenswert sind derzeit aber nur noch die Wabeco-Ständer.

Die derzeit besten Bohrständer für Heimwerker sind:

ModellTyp
Milescraft 1318mobil (leicht)
Tecmobil 4522000 mobil (leicht)
Wolfcraft 3406000stationär (leicht)
Wabeco B1230stationär (schwer)
Wolfcraft 502700Zstationär (schwer)
Wabeco BF1240Bohr & Fräsständer
Der Tecmobil ist eine Alternative zum Milescraft, da er eine 43mm Aufnahme hat.

Übrigens: Hier findest du einen recht ausführlichen Bohrständer Ratgeber mit Anleitungen und vielen Tipps.

Eine gute Bohrmaschine in einem soliden Bohrständer ist in Summe aber immer noch günstiger, als eine vergleichbare Säulenbohrmaschine. Nein, kommt mir nun nicht mit einer gebrauchten Flott oder sowas…

Milescraft 1318

 

Video-Link: https://youtu.be/qo3GOxJ_kYE

Für den mobilen Einsatz den Milescraft 1318 Accudrill Mate. *

Leichter Bohrständer ab 35€ mit eigenem Bohrfutter. So kann man auch einen Akkuschrauber (Achtung 13er Bohrfutter nötig!) nutzen.

Nicht perfekt, aber im Großen und Ganzen ist er wirklich brauchbar und solide ausgeführt! Ich habe diesen schon seit drei Jahren in Gebrauch. Anständig damit umgehen und man kann damit auf jeden Fall was anfangen.

Leider ist dieser Bohrständer hierzulande mittlerweile nur noch schwer zu bekommen.

Als Alternative würde sich auch der Tecmobil 4522000 anbieten. * Qualitativ ist er dem Milescraft unterlegen. Er hat aber eine 43mm Eurohals-Aufnahme.

Wolfcraft 3406000

 

Video-Link: https://youtu.be/pzXJHs-BfCk

Als leichten Bohrständer den Wolfcraft 3406000 *.

Den benutze ich auch schon einige Jahre. Er ist umständlich zu bedienen und natürlich nicht für schwere Arbeiten gedacht.

Mit der Konstruktion muss man sich halt arrangieren.

Für ca. 30€ bekommt man in Summe aber einen zuverlässigen kleinen Helfer, der mehr wegsteckt, als ich es ihm anfangs zugetraut hatte.

Er ist sehr einfach aufgebaut und die ein oder andere Schraube musste im Lauf der Zeit ersetzt werden.

Aber ansonsten: Er hat immer seinen Job gemacht!

Wolfcraft 5027000Z

 

Video-Link: https://youtu.be/-oIg0DMHrZU

Als „schweren“ Bohrständer den Wolfcraft 5027000Z. *

Auch das Teil hat seine Schwächen. So muss man sich, z.B. beim Einstellen des Führungsschlittens, schon etwas Mühe geben und der Tiefen-Stopp ist ungenau.

Dass die Konstruktion nicht für große Bohrungen in harten Werkstoffen gedacht ist, sollte auch klar sein.

Gefallen tut mir aber das Vorschubkreuz mit den langen Griffen und die Tatsache, dass man keinen einzigen Inbusschlüssel bei der Nutzung in die Hand nehmen muss.

Überall sind Handgriffe vorhanden. Zwar welche aus Kunststoff, aber immerhin!

Wirklich negativ ist hingegen, dass man das Spiel der „Führung“ ständig nachstellen muss. Sofern man es überhaupt eingestellt bekommt. An der ganzen Konstruktion wurde gespart und das merkt man.

Wolfcraft hatte früher sehr solide Bohrständer. Sie können also auch anders!

Von der Ergonomie her ist er aber wirklich gut! Die Richtung passt und ich hoffe Wolfcraft entwickelt das Teil weiter.

Mehr wie 60€ würde ich dafür aber aktuell nicht ausgeben.

Es gibt noch ein weiteres Video zu diesem Bohrständer. Dort erkläre ich am Schluss auch kurz die Bedienung.

Wabeco B1230

 

Video-Link: https://youtu.be/Qg2DSmQlFlw

Für rund 10€ mehr gibt es den Wabeco B1230 Bohrständer. *

Das gute an dem Teil ist, dass der Aufbau der Säule dem des großen Wabeco-Ständers ähnelt. Hier verstellt sich also nicht viel und das Spiel der Säule ist in jeder Position akzeptabel.

Einziger Haken: Der Standfuß ist eine Beleidigung! Den hätte man sich sparen können. Wirklich schade, denn den Standfuß hat Wabeco früher noch viel massiver gefertigt.

In Summe ist er aber einer der solidesten Bohrständer in dieser Preisklasse.

Ich würde aber auf keinen Fall mehr als 80€ dafür ausgeben.

[Update] Das Drehkreuz des BF1240 passt auch in den B1230. Laut Wabeco soll das nicht gehen. Tut es aber; beide haben ein 35mm Säule. Einziger Haken: Man hat ca. 2mm Spiel in axialer Richtung, da die Nut für den Sicherungsring etwas abweicht.

Wem das stört, kann man bestimmt eine U-Scheibe dazwischen legen.

Webeco BF1240 

 

Video-Link: https://youtu.be/NlyI1NGh4nE

Ab 140€ wäre dann einer der Wabeco Bohr & Fräsständer * empfehlenswert.

Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Um die praktisch nutzen zu können, muss man aber leider noch etwas Kleinkram zukaufen.

Meinen habe ich z.B. mit einer anderen Kurbel umgerüstet. Andere besorgen sich zusätzlich noch Klemmhebel. *

In Summe kostet ein Wabeco also reell mind. 160€.

Mein größter Kritikpunkt: Die Hebellänge ist zu kurz und die Rückholfeder des Schlittens ist doch etwas arg straff.

Ansonsten macht man mit diesem Ständer eigentlich nichts falsch. Die variable Ausladung ist einfach Gold wert!

Besonders für den Holzwerker sind diese Ständer wirklich toll. Wenn es der Geldbeutel also zulässt, gönne dir einen solchen Bohrständer.

Noch günstiger?

Ganz ehrlich: Wenn du meinst, mit einem 15€ Ständer von der Amazon-Resterampe * arbeiten zu wollen, dann mach halt.

Komm aber nicht heulen und verschone uns, mit einer der daraus resultierenden „Kübel-Rezessionen“. Es sei denn du magst es, den eigenen Realitätsverlust so offensichtlich zur Schau zu stellen!

Sorry für die klaren Worte, aber nach Blumenpflücken ist mir bei dem Thema nicht mehr! 😛

Welche Bohrmaschine?

Nicht jede Bohrmaschine eignet sich für den Einsatz im Bohrständer!

Die Maschine muss eine Aufnahme haben, die auch in den Ständer passt. Meist sind die mit einem 43mm Eurohals ausgestattet.

Außerdem sollte eine Feststelltaste vorhanden sein und, und….

Ich habe mich imfall eine ganze Weile mit dem Thema „Bohrmaschinen für Bohrständer“ beschäftigt.

Und weil das Ganze etwas ausführlicher wurde, das kurzerhand in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Einen paar Tipps noch

Etwas das fast allen Bohrständer durch Bank durch fehlt, sind anständige Griffe, Rändelschrauben und / oder Schnellspanner. * Meist muss man die Dinger (Schrauben) kürzen: Dazu hätte ich dir eine nette kleine einfache Anleitung.

Solltest du öfter mit dem Bohrständer arbeiten, dann rate ich dir, die paar Euro zu investieren. Spart Zeit und Nerven!

Das Gleiche gilt auch für viele Kleinteile wie Muttern und Schrauben. Da wird in der Regel nur das günstigste verbaut.

Das hält halt nicht lange.

Und zu guter Letzt: Besorge dir einen Schuss Schraubensicherung * und schmier jedes Gewinde, Rad und jede Steuerkettenrükholmuffe, oder was auch immer damit ein, was sich hinterher nicht mehr bewegen soll.

Kleben statt Fluchen ist hier das Motto! 🙂

Dann wäre noch die Sache mit dem Fett. * Auch wenn es kein Spaß macht und man „optisch“ den Ständer „einsaut“, aber: Fette / Öle die Mechanik nach der Montage auf jeden Fall!

Nimm einen Bohrständer bitte nicht „trocken“ in Betrieb!

Das ist auch dem Rostschutz dienlich. Ein dünner Ölfilm auf jedem blanken Stück Eisen schadet wirklich nicht.

Quellen & weitere Infos

Nun bist du dran!

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