Führungsschiene einfacher anlegen mit einer Vorrichtung. Anleitung mit Video.

Für alle die mit dem Platz in der Werkstatt gut haushalten müssen oder nicht so oft Holz zusägen, sind Handkreissägen ein Segen. Besonders seit es diese in handlichen Abmessungen gibt. Und in Kombination mit Führungsschienen lässt sich damit auch wirklich sehr viel anfangen.

Und um diese Führungsschiene soll es nun gehen. Genauer gesagt um das Anlegen. Denn dank einer selbst gemachten Anlagehilfe wird diese ganze Nummer wesentlich entspannter!

Das Video

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Das Anlegen einer Führungsschiene

Die einfachste Variante eine Führungsschiene zu benutzen bzw. diese anzulegen wäre einfach mit dem Gliedermaßstab bis vorne an diese Gummilippe, genauer dem Splitterschutz, zu messen.

Diese Vorgehensweise hat aber leider einen kleinen Haken. Sprich: das Sägeblatt reicht genau bis zu dieser Kante.

Was aber auch bedeutet, dass man sich nicht auf diese Kante verlassen sollte!

Erstens nutzt sich dieser Splitterschutz nach einer Weile ab. Wenn man sich meine Schienen ansieht, wird man feststellen, dass die schon einiges erlebt hat.

Zweitens stimmt der Anschlag nicht mehr, sobald man das Sägeblatt wechselt.

Das ist bei mir tatsächlich öfters der Fall, denn ich verwende für Plattenmaterial und Vollholz zwei verschiedene Sägeblätter, wobei letzteres etwas dicker ist.

Wenn ich also diese Führungsschiene mit einem dickeren Sägeblatt verwende, wird auch der Splitterschutz neu eingeschnitten und taugt ab diesem Moment nicht mehr als Anlegelinie.

Für das dicke Sägeblatt natürlich schon, aber in dem Moment wo ich wieder auf das dünne Blatt wechsle, fehlen in meinem Fall ca. 1 mm.

Eine Lösung: Den Bezugspunkt wechseln

Man könnte jetzt einfach den Splitterschutz regelmäßig wechseln oder einfach eine zweite Führungsschiene anschaffen. Darauf habe ich aber keine Lust und einen Dukaten-Esel habe ich auch nicht.

Solche Führungsschienen kosten nämlich teuer Geld!

Eine weitere Möglichkeit wäre es einfach den Bezugspunkt zu ändern. Sprich wir verwenden nicht die Außenkanne des Splitterschutzes, sondern messen einfach von einer markanten Stelle an der Führungsschiene selbst.

Das könnte beispielsweise der Übergang von Schienen Außenkante zu Splitterschutz sein.

Dabei wird, z.B. die Differenz zwischen Schienen-Außenkante und dem Sägeblatt verrechnet. Ich bekomme bei solchen Sätzen aber umgehend Pickel!

Beim Anlegen schon umständlich Rechen… Nein, nicht mein Ding. Das muss einfacher gehen!

Maßanschlagsleisten für Führungsschienen

Eine tolle Lösung hat sich der Tom einfallen lassen. Er verwendet eine Maßanschlagleiste. Eine weitere tolle Variante (Mit Bauanleitung!) findest du unter tueftler-und-heimwerker.de

Die Vorteile dieser Leisten liegen auf der Hand; einfache Wiederholbarkeit der Schnitte, kein Maßband nötig und kein umständliches rumrechnen.

Für mich persönlich ist diese Lösung aber leider nichts.

Erstens ist das eine recht aufwändige Nummer. Die Leiste muss z.B. spielfrei passen, sonst stimmen die Maße nicht. Wer nicht das nötige Werkzeug oder können hat, wird es an dem Punkt schwer haben.

Auch gehöre ich zu den Leuten, die einfach gerne direkt auf dem Werkstück anzeichnen.

Kurz: Für mich bitte das Ganze in einer möglichst simplen Ausführung!

Muss also auch nicht schön sein, sondern einfach nur funktionieren! :)

Eine einfache Anlegehilfe für Führungsschienen

Wie oben schon erwähnt, verwende ich verschieden dicke Sägeblätter. Es wäre also schön, wenn diese Anlegehilfe es einem so einfach wie möglich macht, diese Differenz auszugleichen.

Ebenso sollte die Herstellung einer solchen Anlegehilfe auch möglichst einfach ausfallen. Sprich: Toms Lösung ist wirklich wunderbar! Sie setzt aber voraus, dass man auch wirklich sehr genau arbeitet bzw. die Maschinen (Tischkreissäge) dazu hat.

Wenn man diese Vorrichtung also wie ich, mit einfachen Handmaschinen anfertigt, muss man diese Ungenauigkeiten einkalkulieren.

Das passende Material

Holz hat die Eigenschaft zu arbeiten. Es ist also nicht gerade die beste Wahl für eine Vorrichtung, bei der es auf Maßhaltigkeit ankommt.

Echtholz kommt also nicht infrage. Spanplatte oder MDF wären dafür zwar eine bessere Option, würden vermutlich aber sehr schnell verschleißen.

Kunststoffe hingegen wären dafür perfekt geeignet. Ich habe davon aber leider nichts mehr da. Also muss etwas anderes her.

In dem Fall habe ich einfach etwas Sperrholz verwendet. Das sollte den Ansprüchen genügen.

Zusägen der Grundplatte

Im ersten Schritt sägen wir uns die Grundplatte zu. Wichtig ist dabei, dass mindestens zwei der Kanten rechtwinklig zueinander verlaufen.

Andernfalls wird ein späteres einstellen der Anlegehilfe etwas nervtötend.

Einsägen der Führungsnut

Um sicherzustellen, dass wir immer den selben Anlegepunkt verwenden, nutzen wir einfach die bereits vorhandene Führungsrille der Führungsschiene. Je nach Hersteller sind die natürlich unterschiedlich ausgeführt.

Das Ganze übertragen wir nun, in Form einer einfachen Nut, direkt auf unserer Grundplatte.

Und jetzt ganz wichtig: macht Euch an der Stelle nicht zu sehr einen Kopf!

Wenn Ihr nun die Breite dieser Nut nicht 100-prozentig hinbekommt, ist das kein Weltuntergang!

Es macht also nichts wenn das etwas Spiel hat. Beim späteren anlegen braucht Ihr nur darauf zu achten, dass Ihr immer auf dieselbe Seite der Nut anlegt.

Achtet beim einsägen der Nut bitte darauf, dass diese möglichst parallel zur Außenkante der Grundplatte verläuft.

Wenn das nicht 100-prozentig ist, ist das zwar nicht schlimm, aber es würde uns die spätere Arbeit mit der Vorrichtung sehr erleichtern.

Metrische Gewinde in Holz schneiden

Zugegeben es klingt ein wenig befremdlich aber in Holz lassen sich auch metrische Gewinde schneiden. Natürlich ist diese Verbindung nicht so stark wie in Metall, aber für unseren Zweck ist das vollkommen ausreichend.

Kritisch bei der Nummer ist nur, dass wir wirklich senkrechte Bohrungen benötigen. Da die Säulen-Bohrmaschinen nur einen geringen Hub haben, ist ein einfacher Bohrständer in dieser Situation Gold wert.

Ich selbst habe auch nur ein sehr günstigen und einfachen Bohrständer. Das reicht aber für unsere Zwecke meist vollkommen und ich kann Euch wirklich raten, Euch auch einen zuzulegen.

Lasst nach dem Bohren die Grundplatte am besten im Schraubstock eingespannt und schneidet direkt im Anschluss das Gewinde.

Spannt dazu einfach den Gewindeschneider ein und schneidet ein gutes Stück grad von Hand ein. Den Rest dann einfach mit dem Windeisen fertig schneiden.

Sollte Ihr der Stabilität des Gewindes nicht trauen, kann man nach dem ersten Schneiden einfach ein bisschen Sekundenkleber in die Gewindegänge einlassen und nach dem Trocknen des Klebers, noch einmal nachschneiden.

Aber wie gesagt, macht da kein Doktor! Es muss nichts halten…

Der Messinganschlag

Damit wir unsere Anlegehilfe bzw. unsere Führungsschiene an einem zukünftigen Anriss richtig anlegen können, benötigen wir eine Art Anschlag. In dem Fall hatte ich noch ein ca. 1,5 mm starkes Messingblech übrig.

Messing lässt sich im allgemeinen gut verarbeiten. Ihr könnt das also problemlos von Hand zusägen oder wie ich, einfach einen kleinen Winkelschleifer verwenden.

Damit wir ein wenig Luft haben ist es wichtig, dass wir nicht zu knapp bohren.

Sprich: wenn Ihr zum Beispiel ein M4 Gewinde geschnitten habt, dann verwendet bitte einen Bohrer mit einem Durchmesser zwischen 4,5 bis 5 mm.

Nun können wir den Messing-Anschlag montieren. Ich habe dazu Unterleg-Scheiben verwendet.

Um genügend Gegendruck auf den Anschlag ausüben zu können, wurden einfach zwei Druckfedern zwischen Grundplatte und Messing-Anschlag gesetzt.

Einstellen des Anschlages

Zu guter Letzt sollte der Anschlag auch noch eingestellt werden. Ich mach das wie folgt:

Zuerst legt man die Führungsschienen auf ein Stück Holz, dann sägt Ihr mit der Handkreissäge eine kleine Nut.

Ganz wichtig: verschiebt danach auf keinen Fall die Führungsschienen!

Anschließend setzt Ihr einen Anriss. Ich habe dazu einfach mit dem Edding eine Linie vorgezeichnet, dann einen Messschieber genommen, 5 mm zugestellt und den Anriss von der Nutinnenkante gezogen.

Setzt nun die Anlegehilfe auf und dreht die beiden Schrauben soweit ein, bis die Innenseite des Anschlages auf unserem Anriss steht.

Die Anlegehilfe verwenden

Im vorherigen Abschnitt hatten wir ja, zwischen der Nut- und Anschlag-Innenkante, einen Abstand von 5 mm eingestellt.

Und genau diese 5 mm müssen wir später wieder abziehen.

Beispiel: wenn du eine Platte um 80 mm kürzen möchtest, dann zeichne dir die 80mm – 5mm, also 75 mm an.

Möchtest im umgekehrten Fall eine Platte von beispielsweise 250 mm haben, dann zeichnet Ihr dagegen 250 + 5 (255 mm) mm an.

Wenn man nun das Sägeblatt wechselt, braucht Ihr nur noch den Anschlag um die entsprechende Differenz verstellen. Oder Ihr macht das einfach wie ich; ich habe für jedes Sägeblatt eine eigene Anschlaghilfe angefertigt.

Fazit

Ja zugegeben, einen Designpreis gewinnt dieses Ding nicht. Aber es ist sehr einfach hergestellt und erfüllt wirklich seinen Zweck.

Material und Werkzeug

  • Stück Sperrholz (Multiplex) mit mindestens 12 mm Stärke
  • Tischbohrmaschine oder Bohrständer
  • Gewindeschneider, dazu passende Schrauben und Unterlegscheiben
  • Körner, Senker, einen Meßschieber und einen Edding
  • Metallhandsäge,Laserschwert oder einen Winkelschleifer
  • Zwei Federn. Diese gibt es für relativ kleines Geld als Sortiment
  • Handkreissäge mit Führungsschiene
  • Ein Handtuch

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2 Gedanken zu „Führungsschiene einfacher anlegen mit einer Vorrichtung. Anleitung mit Video.“

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